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Mittwoch, 8. Februar 2017

Die Schönheit des Reisens

Aussortieren. Etwas das ich vermutlich viel öfter tun sollten, als mir recht ist. 
Mir fällt es unglaublich schwer von Erinnerungsstücken los zulassen. Ich möchte gerne alles behalten mit dem ich eine Erinnerung verbinde - da ist die Angst vor dem Vergessen so groß ist.
Doch jeder weis, dass man nicht alles aufheben kann, auch wenn man es in der digitalen Zeit denken mag, doch irgendwann ist jede Festplatte einmal voll.

Mir fällt das Aussortieren und das damit verbundene Entsorgen von Bildern besonders schwer. Doch meine Generation neigt dazu sehr viele Fotos zu machen - auch von (scheinbar) unwichtigen Dingen. Der Ordner mit den Fotos aus meinem Austauschjahr nimmt einige Gigabytes ein und es befinden sich wirklich unwichtige Fotos darunter (Fotos von meinem Frühstück, Kleidungsstücken die ich schön fand, Straßenbeschilderung um mich zurecht zu finden und von manch Sonnenuntergang gibt es gefühlte tausend Abbildungen).

Aussortieren tut auch gerade mein Papa, begeisterter Hobby-Fotograf, allerdings keine digitalen Fotos, sondern noch echt Dias - von denen wir noch jede Menge haben.
Und so ist nun unser Wohnzimmer abgedunkelt und vom Summen des Dia-Projektors gefüllt. An der Wand erscheinen wunderschöne Bilder von Irland, London, Berlin, Spanien und anderen Urlauben meiner Eltern.
Mich faszinieren diese kleinen Bildchen einfach - sie haben so etwas an sich. Viel mehr noch das Gefühl, man hätte einen Moment eingefroren - einfach so abgespeichert und aufbewahrt, wie in einem großen Marmeladenglas. Bei den heutigen digitalen Fotos hat man meist nur das Gefühl von einem Abbild, einer Bestandsaufnahme und nicht von einem Moment - es wirkt meist zu klar, so genau und gefühlskalt.


Vielleicht sind "Retro-Filter" bei den ganzen Bearbeitungsapps deswegen so angesagt, weil sie dieses Gefühl von Wärme und Geborgenheilt probieren zurück zugeben.

Mich haben nicht nur die Bilder an sich begeistert sondern selbst verständlich auch ihre Motive - kleine englische Landhäuser, Menschen beim Picknick im Hyde-Park, kleine verlorene Gassen, grüne Palmen im Sonnenlicht, verlassene Friedhöfe im Novembernebel, Bilder vom Meer, wo man regelrecht die Wellen hört, und stille in sich ruhende Naturlandschaften.
In mir hat es vorallem wieder das Reisefieber geweckt, das Gefühl, dass da "draußen" noch so viel mehr wartet und man nie weis, wann und ob man jemals sonst die Zeit dafür haben wird (oder sich nehmen wird). 
Das ich habe das Glück, dass ich dieses kommende Frühjahr wirklich vermehrt reisen werde und diese Möglichkeiten nutzen werde, doch hätte ich die nicht schon bekommen - hätte ich vermutlich spätestens jetzt einen Flieger gebucht :)

Eure Alexa ❤

Montag, 14. November 2016

Stille

Ja, es ist Stille auf meinem Blog.

Das hat sich irgendwie so ergeben, ganz ohne Absicht. Doch ich denke, dass brauchte ich. Ein bisschen Abstand - durchatmen. 

Ich weis nicht, wie es weiter geht. Ich weis nur, dass mir mein Blog bisher immer viel Spaß gemacht hat. Ich muss einfach schauen, wie ich alles unter einen Hut bekomme in Zukunft.


Die Tage werden nun immer kürzer, trotz Zeitumstellung laufe ich nun im Dunkeln zum Bus. Es erinnert mich an so viele kurze Tage in Schweden. Den meisten Menschen macht die dunkle Jahreszeit zu schaffen. Ich finde es eigentlich ziemlich gemütlich und angenehm. 
Ich bin jemand der erst abends wirklich produktiv wird - Vorträge, Hausaufgaben und lernen wird erst abends richtig erfolgreich bei mir. Vorher lasse ich mich viel zu leicht ablenken. Doch die Dunkelheit gibt mir so eine Klarheit die mich besser konzentrieren lässt. Zudem ist es viel gemütlicher, man trinkt den ganzen Tag Tee, hat Kerzen im Fenster stehen und abends kann man sogar die Sterne sehen in den eisigen Nächten. Außerdem bin ich ein Fan von dicken Wollpullis - die ich wiederum auch brauche, um in den kalten Räumen der Schule zu überleben.
Nur frühs das Aufstehen braucht etwas mehr eigene Überredungskünste als im Sommer, aber das ist wohl normal.

Ich lese immer noch die Blogs derer, die jetzt gerade Austauschschüler in Schweden sind. Es ist interessant zu sehen, wie sich manche Ansichten ändern und man Stimmungshochs und -tiefs mitbekommt. Ich denke oft zurück an mein Jahr und bin ehrlich gesagt, ganz froh. 
Froh über meine Entscheidungen die ich traf und auch irgendwie, dass ich wieder hier bin. Hier in Deutschland an meinem Schreibtisch - irgendwie gehöre ich hier her. Vielleicht merkt man auch im Nachhinein, wo Heimat wirklich ist.
Ein Austauschjahr ist wundervoll - ohne Frage, doch es ist auch anstrengend und manchmal kräftezehrend. 


Eure Alexa ❤

Samstag, 29. Oktober 2016

Entdecke diesen Tag neu

Da ich gerne viele Fotos mache und Angst hatte, diese zu verlieren, habe ich letztes Jahr alle Bilder, die ich gemacht habe, automatisch zu Google Fotos übertragen lassen. 

Dort liegen nun alle Erinnerungen nach Datum sortiert - Google erstellt manchmal auch automatisch noch Collagen, Filmchen oder Animationen mit deinen Bildern. 
Für mich war es einfach praktisch eine Art BackUp für meine Bilder.

Mein neues Handy habe ich noch nicht verbunden mit Google Fotos und trotzdem bekomme ich wöchentlich neue Nachrichten auf meinem Bildschrim von Google Fotos. 
"Diesen Tag neu entdecken" steht dann da. Es zeigt mir einfach all die Bilder, die ich vor genau einem Jahr gemacht habe, damals mit meinem alten Handy.
Eigentlich nichts besonders - doch mir wird einfach bewusst, wie die Zeit vergeht. 
Wie sich Sachen verändern, wie ich im Supermarkt Produkte fotografiert habe, weil ich außergewöhnlich fand und heute als ganz normal empfinde. 
Es ist eine schön und traurig zu gleich. Sehen was man vor einem Jahr alles so gemacht hat - mit dem Wissen, wie sich manches weiter entwickelt hat. Wie sich Träume für das Mädchen auf diesem Bild erfüllen werden, aber auch Erwartungen und Ziele wie Seifenblasen zerplatzen werden.

Wie oft habe ich Bilder gemacht ohne sie je wieder anzusehen - diese Flut heutzutage von Bildern. Ein Foto zu machen ist heute innerhalb von Sekunden geschehen. Doch es später zu sortieren und evtl. nach zu bearbeiten, braucht seine Zeit - Zeit die man sich oft nicht nimmt.
Auch ich habe es noch nicht geschafft meine ganzen Bilder vom Austauschjahr anzuschauen und zu ordnen, vielleicht weil es sich manchmal noch, wie eine offene Wunde anfühlt. Doch Google zeigt mir einfach ohne zu warten, ohne zu fragen Bilder, von Sachen die ich vor einem Jahr gemacht, erlebt oder gesehen habe.

Da das erste Mal skypen mit der Familie in Deutschland - Google sieht einen PC-Bildschirm mit drei Gesichtern die lachen. Doch man selber sieht so viel mehr... Man erinnert sich an so viel mehr, an das Lachen, an die Stille, an die Fragen und an das eigenartige Gefühl nach dem ersten Skypen, dem realisieren, dass man da aus Schweden erst mal nicht "wegkommt". 

Oder, wie wir das mitgebrachte Stadtroda-Puzzel beginnen. Damals hätte noch keiner gedacht, dass es noch für Wochen auf unserem Küchentisch liegen würde. Und auch das Gefühl, als ich wie vom Schicksal bestimmt, gleich am Anfang das Puzzleteil finde, welches unser Haus abbildet. 
Welch ein Zufall, das ausgerechnet unser Haus komplett auf einem Puzzleteil ist - hätte es doch auch gut möglich sein können, dass es über zwei Teile geht und somit zerrissen gewesen wäre. 
Dieses Gefühl von Geborgenheit aufsteigen zu fühlen, merken wie man genau weis, was sich hinter jedem Fenster verbirgt und so eine Art Stolz.

Dieser Post beabsichtigt keine besondere Message - ich hatte einfach nur Lust darüber zu schreiben :)

Eure Alexa  ❤

Dienstag, 20. September 2016

Fragen und Antworten nach dem Austausch

Beliebt bei neuen Austauschschülern sind immer die so genannten Austauschschüler TAGs - also Fragen, die man beantwortet und dann an andere weiterleiten kann, die dann ebenfalls diese Fragen beantworten. Ich hatte das damals auch mit gemacht (siehe hier).
Doch Caro und ich dachten uns, wieso eigentlich nur davor? Komm lass uns einen machen für uns zurück Gekommene!

1.  Wie hast du alles von deiner Gastfamilie nach Hause bekommen?
Wirklich nicht ganz leicht seinen ganzen Hausrat zusammen zupacken und irgendwie die hunderte Kilometer zu transportieren. Doch ich muss sagen, ich hatte einen Vorteil - meine wunderbare Gastfamilie! 
Da meine Gastfamilie ihren eigenen Sohn in Berlin beim YES abgeholt hat, konnten sie meine Kisten voll mit Klamotten und Kram im Auto mit nach Deutschland bringen. Da meine Eltern mich ebenfalls abgeholt haben, konnte es so von einem Auto ins andere übergeben werde. Glück gehabt!

2. Wurden deine Erwartungen an dein Austauschjahr erfüllt?
Meine Erwartungen - schwierig. Ich habe immer versucht keine Erwartungen zu haben, keine Ansprüche, Wünsche. Doch wenn man sich über ein Jahr lang vorbereitet und darauf hinfiebert hat man natürlich Träume.
Doch ich glaube, im Großen und Ganzen bin ich wirklich seeehr zufrieden mit dem, wie alles so gekommen ist. Man sollte immer probieren nicht zu vergessen, dass es zu nicht nur wie ein EF-Video* sein wird.

3. Wo merkst du selber, dass du dich weiterentwickelt hast und mit dem Jahr gewachsen bist?
Ich habe vorallem auch gelernt manchmal einfach still zu sein. Bei Diskussionen nicht immer noch meinen Senf dazu geben zu müssen. Ich rege mich nicht mehr über Kleinigkeiten auf - spare meine Energie. 
Zudem merke ich, wie mein Selbstbewusstsein gestärkt wurde in dem Jahr. Ich weiß, dass ich mich, auf das was ich kann, verlassen kann.
Doch Schweden und meine Gastfamilie hat mir viel gelernt - das neue Verständnis für Gleichberechtigung und Feminismus zum Beispiel.

4. Was hättest du gerne noch erlebt oder gesehen? 
Gibt es etwas, was du nicht mehr erledigen konntest vor deinem Abflug?
Ja, ich habe etwas vergessen. Mein Gastpappa hat fast wöchentlich gefragt, ob ich mir die Aussicht vom Stockholmer Rathaus bereits angesehen hätte. Das habe ich tatsächlich immer wieder vergessen oder verlegt - naja beim nächsten Stockholm-Besuch!
Und, da ist noch etwas, was ich gerne erlebt hätte - die Blaubeerzeit. Viele Austauschschüler sind mit ihren Gastfamilien richtig in die Blaubeeren gegangen und habe die körbeweise gepflückt für Marmelade z.B.. Die Zeit war jedoch gleich am Anfang des Jahres, wo bei uns schon andere Ausflüge geplant waren, die ebenfalls sehr schön waren und die ich nicht missen möchte.

5. Welches Gericht nimmst du aus deiner Gastfamilie bzw. deinem Gastland mit nach Hause?
Oh da gibt es viele! Meine Gastfamilie hat so gut gekocht! Leider, fehlt mir hier in Deutschland oft die Lust zum Kochen - die ich in Schweden hatte. Doch ja, unsere indischen-Eintöpfe waren klasse oder Ellens Risotto oder frische Frühlingsrollen oder noch ofenwarme Kanelbullar oder dieser leckerer Salat mit schwarzen Bohnen und warmen Kichererbsen und Möhren aus dem Ofen! Oder Sushi habe ich auch erst in Schweden probiert und lieben gelernt!

6. Oft gefragt, doch war es im Nachhinein das richtige Land für dich und wieso?
Ja. Ich denke schon. Ich meine, ich habe nur die Erfahrung mit Schweden. Doch ich bin sehr zufrieden und finde, das Land passt einfach gut zu mir. Diese eher verschlossene Art, das Naturverbundene und die Liebe zu leckerem Gebäck und fika-Pausen!

7. Welchen Ratschlag würdest du deinem ein-Jahr jüngerem Ich mit auf den Weg geben?
Denk weniger nach! Wirklich! Mach einfach - sag JA! Ein bisschen mehr Mut und Spontanität :)

8. Was bereust du?
Nicht mehr aus meiner Zeit gemacht zu haben. Evtl. nicht oft genug die Initiative ergriffen zu haben um neue Freunde nach einer Verabredung am Wochenende zu fragen.
Ebenfalls bereue ich das Verhältnis zu meiner Gastschwester - ich hätte sie gerne als Freundin gewonnen, doch irgendwie ist es uns beiden schwer gefallen auf einander zu zugehen. Doch eigentlich mag ich sie sehr gerne und merke manchmal das ich sie vermisse.

9. Wie geht es jetzt weiter für dich?
Wie es weiter geht? Schule - die nächsten drei Jahre. Noch bereue ich dies nicht :D 
Neben der Schule wird natürlich YFU mit der Vereinsarbeit immer wichtiger werden. Am Wochenende bin ich z.B. zum ersten Mal mit auf einer AustauschMesse und darf YFU mit vertreten und vorstellen.

Das waren unsere neun Fragen - jeder der möchte, kann sehr gerne diese Fragen ebenfalls auf seinem Blog beantworten! In Kürze wird auch Caro ihre Antworten auf ihrem Blog veröffentlichen! Ich freue mich drauf eure Antworten zu lesen!

Eure Alexa ❤

*EF-Jahr ist ein Ausdruck für unrealistische ATJ-Videos von EF :D
Nochmal ein paar Beispiele, weil es so Spaß macht sich über diese Perfektheit aufzuregen *hier* und *hier*.

Mittwoch, 14. September 2016

Wieder gefunden!

Da war dieses eine Lied - wo ich mir dachte: "Das Lied MUSST du hören, wenn du wieder aus Schweden heim kommst!"
Tja - nur war das halt fast zwei Jahre her und dann hatte ich noch einen Handywechsel und ich wusste nicht mehr, welches Lied es war, welches ich damals so passend fand - für etwas, wo ich noch gar nicht wusste, wie es sich anfühlen wird.

Jetzt habe ich es zufällig wiedergefunden bzw. Spotify hat es mir "vorgeschlagen". 
Cluseso - Stadtrandlichter



>>Um blau und weiß,
kommen die ersten Namen die ich kenn'
Ich bin gespannt wer und was noch steht,
ich war so lange weg,
hoffentlich komm ich zu nichts zu spät.<<

>>Weit weg,
Wollt ich wissen wer ich bin,
Hab mich gedreht für Rückenwind,
Nur gabs nicht immer was zu holen,
Heimkehr bleibt ein woher und ein wohin...<< 

Und ja - irgendwie ist es wirklich passend. Dieses Gefühl, dass erste Mal nach Ewigkeiten wieder die heimatliche Autobahnausfahrt zu sehen! Dieses Kribbeln und sich fragen, ob alles noch so wie immer sein wird... 

Doch auch ohne ein Austauschjahr gemacht zu haben, ein schönes Lied :D

Eure Alexa  

Mittwoch, 3. Februar 2016

Schneeregen

Das nennt man wohl ein Wintertief - ich weis nicht so recht, was ich schreiben soll. Ich habe sogar letzte Woche keinen einzigen Eintrag in mein Tagebuch geschrieben, obwohl ich eigentlich Sachen berichten könnte. Doch für mich fühlt es sich nicht mehr neu und aufregend an - alles ist normal und Alltag geworden, der Blickwinkel verändert sich auf gewisse Dinge und man denkt viel nach. 
Doch selbst nachdenken ist nicht mehr so leicht, wie früher - in meinem Kopf mischen sich drei Sprachen zu einer und am Ende, weis ich selber nicht mehr, was ich eigentlich denke. Ich fange an auf schwedisch zu denken, doch helfe mir mit Englischen Wörtern aus und gleichzeitig siegt die Gewohnheit manchmal und man denkt weiterhin auf deutsch. 
Schwer ist es auch im Englischunterricht, wenn man etwas schreiben soll und nicht mehr sicher ist, ob das Wort, was man schreiben will, auch wirklich englisch und nicht doch schwedisch oder gar deutsch ist. 

Ich muss mich motivieren wieder Tagebuch zu schreiben, denn es ist so wertvoll alles aufzuschreiben. Jeder Moment ist kostbar, all die netten Menschen, Gefühle und Erlebnisse will ich nicht vergessen, doch ich weis, dass ich es irgendwann tun werde. Einfach, weil immer wieder neue Eindrücke kommen und somit die anderen zurückdrängen. 

Ich hoffe für euch und auch für mich, dass bald wieder Zeiten kommen in denen ich mehr Ideen habe, worüber ich schreiben könnte. 

Ganz liebe Grüsse,
Alexa ❤

Freitag, 15. Januar 2016

Januar UpDate

Hej!
Ich melde mich zurück nach einer langen Pause ohne richtigen Text! Meinen Blog habe ich irgendwie ein bisschen vernachlässigt doch das möchte ich nun ändern!
Ich dachte ich schreibe einfach ein so, wie es mir geht und was so passiert ist :)

Nun bin ich schon seit anderthalb Wochen auf meiner neuen Schule und habe mich langsam eingelebt. Mein Stundenplan verändert sich andauernd, weil neue Kurse dazu gebastelt werden und alles stehts in Veränderung ist. Doch es gefällt mir gut - ich mag diese riesige Schule, wo man jeden Tag neue Gesichter sehen kann. Diese Stimmung in den Gängen, überall an den Wänden Spinde und Schülergruppen die davor stehen und reden. Ich komme mir fast vor, wie in einer amerikanischen High School - nur eben das alle schwedisch reden. 
Heute hatte ich zum ersten Mal Geschichte hier in Schweden, was soll ich sagen? Ich bin so glücklich! Einfach weil ich Geschichte über alles liebe und so froh bin es nun auch hier zu haben. Ja es klingt verrückt, doch so ist es. 

Sprachlich entwickel ich mich auch immer weiter, bewusst fällt es mir erst dann auf, wenn mich der neue Lehrer am Ende der Stunde noch mal nach vorne ruft und mir zusammenfassend erklären will, um was es in der Stunde ging, doch ich sagen kann, dass ich alles verstanden habe und er es nicht nochmal wiederholen muss. Das ist ein schönes Gefühl - klar manchmal fehlen Wörter, doch ansich ist es da. 

Heute habe ich eine ehemalige ATS getroffen in der Schule (sie war mit YFU in Ecuador und ist nun in Schweden Gastschwester von einem ATS aus Litauen)
Das war ein schönes Gefühl, wir saßen einfach da und haben über dies und das erzählt, mit dem Rücken zur untergehenden Sonne die sich im Fenster gegenüber gespiegelt hat. Ein bisschen Wärme tanken in dem so kalten Schulhaus und mit jemandem sprechen, der genau weis wie sich all das hier anfühlt. So verrückt, unreal und so unbeschreiblich toll gleichzeitig...

Wir haben schon wieder Mitte Januar! Wisst ihr was das bedeutet? Ziemlich bald ist Halbzeit! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie komisch sich das anfühlt...

Das Bild hier ist mein Bildschirmhintergrund und lässt mich immer wieder schmunzeln. Vielleicht könnte man denken, es sei eher abschreckend, aber nein es ist mehr eine Motivation. Man will irgendwann da oben, über den Wolken, stehen und einfach fließend sprechen können und runter schauen und sich sagen "Schau mal! Da unten haben wir angefangen! Weist du noch den Moment, wo du dachtest du wirst es nie können und wolltest aufgeben?"


Euch ein schönes Wochende! Habe gelesen Deutschland soll nun auch etwas Schnee abbekommen!

Eure Alexa ❤

Bild stammt von https://www.facebook.com/itchyfeetcomic/photos/p.771132066346130/771132066346130/?type=3&theater

Mittwoch, 6. Januar 2016

Heimat

Heimat. Ein Wort was so viel mehr ist und ein Grund, wieso ich die deutsche Sprache liebe. Ich glaube es gibt nur wenige Sprachen, wo man ein vergleichbares Wort finden kann, was so viel Gefuehl ausdrueckt.

Wenn man Heimat sagt, hat jeder sofort ein inneres Bild vor Augen. 
Jeder ein anderes, ein eigenes persönliches.
Heimat ist nicht da, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern dort wo man verstanden wird.

Heimat – du brauchst dich nicht erklären, du kannst einfach sein wie du bist. Man kann zusammen stundenlang reden, gemeinsam lachen doch man kann genauso gemeinsam schweigen. Du brauchst dich nicht verstellen oder angestrengt SmallTalk halten. 
Heimat ist meist dort, wo man aufgewachsen ist oder lange gewohnt hat. Eine Gegend die einen geprägt hat, an die man viele (positive) Erinnerungen hat, die sich wie ein Puzzel ineinander fuegen. 
Doch Heimat muss auch nicht immer gleich eine ganze Stadt sein, manchmal ist es nur ein Strasse oder einfach nur die Sitzecke am Kamin bei deiner Oma, wo du als Kind immer das beste Essen bekommen hast. 
Fuer mich umfasst Heimat zum Beispiel auch das Rauschen von meiner Heizung, welches mich so oft genervt hat – mittlerweile vermisse ich das Geräusch. So eine Kleinigkeit. Doch mit diesem Rauschen verbinde ich auch die warme Bettdecke, den sternenbedeckten Himmel, den ich vom Bett aus sehen kann und auch verbinde ich damit das gute Gefuehl, wenn ich morgens von den Sonnenstrahlen geweckt werde und ich weis das Sonntag ist und ich mich nochmal gemuetlich umdrehen kann und ein Stuendchen länger im Traumland verweilen kann.

Ich habe hier in Schweden ein zweites Zuhause gefunden, doch meine Heimat ist weiterhin in Deutschland.
Ich glaube manchmal muss man erst reisen und Abstand bekommen, um wirklich zu verstehen, wo und was fuer einen Heimat ist. Manchmal weis man vorher nicht, was einem an einem Ort  liegt und manchmal ist man ueber sich selbst erstaunt, was man am meisten vermisst.

Euere Alexa ❤


Donnerstag, 31. Dezember 2015

Jahresrückblick

Es ist noch nicht Mitternacht, doch ich mache schon mal einen Jahresrückblick. Denn es lohnt sich - das Jahr war voller als sonst (so erscheint es mir).
Doch fangen wir vor 365 Tagen an: Der Moment, Mitternacht, Feuerwerk, alle glücklich. Ich umarme meine Familie und uns allen ist bewusst jetzt wird es real, ich bin nächstes Silvester nicht mehr da - irgendwo in Schweden.
Vorm einschlafen sah ich auf meine Weltkarte, die in meinem Zimmer hängt, ich stand einfach davor und schaut mir Schweden an. Irgendwo da werde ich leben und in einem Jahr sein, dachte ich mir. Gleichzeitig dachte ich mir das es ja noch lange hin ist bis zum Sommer und damit zum Abflug.
Doch ich hatte mich getäuscht - das Jahr 2015 ist nur so verflogen... Das Jahr ist voll mit tollen Momenten und Bildern in meinem Kopf.
Wir haben unserer Projetkarbeit geschieben und mit einem flauen Gefuehl abegeben und waren noch viel mehr aufgeregt, als die Präsentation anstand Anfang März. Doch wir haben es gemeistert und waren hinterher einfach nur noch stolz und all der Ärger im Vorfeld vergessen. Wir haben unseren Abschluss geplant und haben ewig fuer das Motto der Abschlussshirts gebraucht :)
Wir waren in den Niederlanden, auf Abschlussklassenfahrt, eine Woche segeln. Noch heute denke ich jedesmal daran, wenn ich durch Stockholm laufe und die Schiffe am Steg sehe. Eine Woche mit meiner Lieblingsklasse auf engstem Raum und schlechtem Wetter - damals: einfach nur zu eng und wir sind uns auf die Nerven gegangen; heute: sind nur die postiven Erinnerungen hängen geblieben in meinem Kopf und erinnern mich an eine wundervolle Zeit mit Menschen die mir wichtig sind. Wir haben Pruefungen geschrieben und habe uns hinterher genauso viele Gedanken gemacht, wie vor der Pruefung :) Ich habe viel zu selten fuer meine muendliche Pruefung gelernt und trotzdem mit eins bestanden. Habe mich mit um die Abschlussfeier gekuemmert und eine Rede mit geschrieben. Schliesslich die Abschlussfeier - das letzte Klassenfoto, fuer vielleicht immer, gemacht. Damals war ich froh, endlich alles hinter mich lassen zu können und endlich nur noch auf den 12. August hinzufiebern, doch heute bin ich traurig, dass ich nicht mehr Zeit mit meiner Klasse verbracht habe.
Der Sommer war heiss - Nachts oft schlaflos und dafuer unzähligen Fragen in meinem Kopf. Der letzte Sommerurlaub mit meiner Familie am See - die Zeit einfach geniessen. Die letzten Vorbereitungen treffen und alles zum grossen Tag organisieren. Das letzte Mal Verwandte und Freunde besuchen.
Und dann war der Wendepunkt im Jahr 2015 schon da - der 12. August. Alle die meinen Blog kennen, wissen was da war. Mein Flug nach Schweden - ins Abentuer, in die Grossstadt. Tja, und ab August ist das Jahr nur so geflogen. Wir hatten einen wundervollen langen sonnigen Herbst in Schweden. Ich habe viel gesehen, erlebt und gelernt.
Schaut euch nur die Liste mit all den Blogposts an - ich habe so viel zusehen bekommen. Ich habe Landschaften gesehen, wo ich einfach nur sprachlos dastand und mein Glueck nicht fassen konnte. Ich habe so viel gelernt ueber Menschen, Kultur, Sprache und vorallem ueber mich selbst. Ich bin erwachsener geworden - reifer, ich denke nun nochmehr, bevor ich etwas sage :)
In dem letzten halben Jahr hatte ich mehr Höhen und Tiefen als je zuvor. Das Gute an unserem Gedächtnis ist, dass die positiven Erlebnise oft besser erhalten bleiben, als die schlechten.

Vielleicht fragt ihr euch, ob ich Pläne habe fuer das nächste Jahr. Ja, die habe ich. Auf meiner Liste gibt es viele kleine Punkte auf die ich mich freue oder ueber die ich mich freuen wuerde. Doch vorallem ganz gross steht auf meiner Liste - die restliche Zeit zu geniessen!
Man lebt jeden Moment nur einmal und das sollte man nicht unterschätzen. Die Nordlichter von meinem Zimmerfenster werde ich vermutlich nie wieder sehen, heute ärgere ich mich, dass meine erste Handlung war das Handy zu nehmen um Fotos zu machen. Ich hätte einfach nur da stehen sollen und die zehn Minuten geniessen sollen. Stattdessen habe ich mich aufgeregt das mein Handy nur noch 10% Akku hatte und die Bilder schlecht geworden sind.
Fuer manche Momente sind Bilder unnötig...

Ich wuensche euch ein wundervolles Silvester! Geniesst es! Schaut euch das Feuerwerk an und lacht mit eurer Familie und Freunden. Was bringt es euch, wenn ihr tolle Fotos vom Feuerwerk macht, aber in drei Jahren keine Ahnung habt mit wem ihr Silvester gefeiert habt?

Wir hören von einander im neuen Jahr!
Eure Alexa ❤️
Förlåt för mina svenska kompisar men det är jättekontig och dålig att blogga frpn en iPad. Kanske jag hittar efter min semester på Madeira tid för att översättta den hela texten...
Men jag önksar ett god nyttt året för er!
Kram, Alexa ❤️

Sonntag, 20. Dezember 2015

4. Advent

Vierter Advent. 
Ich habe lange ueberlegt, was ich euch schreiben und präsentieren kann. Mehr schwedische Traditionen? Bilder vom weihnachtlichen Stockholm? Ein Rezept? Ein Gedicht?

Letztendlich habe ich mich nun für etwas Gefühlsduselei entschieden. Ich finde das passt auch irgendwie. Weihnachten das Fest der Besinnlichkeit. Das Fest der Familie, Liebe und Fröhlichkeit. Im Radio dudelt, wie jedes Jahr, "Last Christmas, I gave you my heart. But the very next day, you gave it away...", die Straßen sind weihnachtlich geschmückt und zu Hause riecht es nach Plätzchen und Räuchermännern. Eigentlich alles wie immer und so, wie es schon immer war. 
Doch irgendwie hat sich eben doch etwas geändert. 
Wenn ich aus dem Fenster ins Dunkele schaue, sehe ich nicht nur eine Stadt in der die Nacht Einzug gehalten hat und hinter manchen Bürofenstern noch immer Licht brennt. 
Nein, ich sehe ein Welt, wo immer mehr Menschlichkeit fehlt und sich viele vor der Wirklichkeit verstecken. Unsere Welt ist kleiner geworden, wir sind mehr zusammen gewachsen und enger mit einander vernetzt, doch trotzdem grenzen wir uns von einander ab.
Ich will gar nicht die großen Themen ansprechen, wir alle wissen, was los ist. Jeder der Nachrichten schaut und noch einen klaren Menschenverstand mit Toleranz und Wärme besitzt, weis das zur Zeit Dinge vor sich gehen die Jenseits von Gut und Böse sind. 
Als "einfacher, kleiner" Mensch kann man nicht im Alleingang die Welt retten. Das müssen wir auch gar nicht, aber wir können die Augen aufmachen und da helfen und mit verbessern, wo es uns möglich ist. 

Ich möchte in diesem Zuge eine Kleinigkeit ansprechen. Fast täglich durchquere ich das Einkaufscentrum hier, um zum Bus zu laufen. Und wisst ihr was einem auffällt? Alle haben ihr Handy in der Hand und leben in ihrem eigenem kleinem Universium. Letztlich sah ich einen Vater mit seiner kleinen Tochter. Beide saßen gemeinsam auf einer Bank und haben vielleicht auf jemanden gewartet. Die Kleine tippte immer wieder ihren Vater an und wollte ihm etwas erzählen bzw. zeigen. Doch er hatte nur sein Handy in der Hand und schaute gebannt auf den Bildschirm, als könne er damit die Welt verbessern. Und ich bin mir sicher, das er nicht die Welt verbesserte - es war diese "typische" Geste, die man macht, wenn man sich durch die endlose facebook timeline scrollt und sich die Beträge halbherzig anschaut, die Freunde und Bekannte gelikte haben. 
Ich wünsche mir, dass man probiert wenigstens an Weihnachten sein Handy liegen zu lassen und einfach so das Weihnachtsfest mit seinen Liebsten genießt. Wer kann sich schon an die Snaps von letzter Woche erinnern und ist es wirklich so spannend, was jemand aus euerer Freundschaftsliste gelikte hat? Ebenso braucht man keine fünfzig Bilder vom verwackeltem Weihnachtsbaum, dessen Lichter eh viel zu grell für die Handykamera sind. 
Probiert einfach nur den Moment zu geniessen ohne das Bedürfnins es mit der ganzen Welt zuteilen in Form eines Snaps. 

In diesem Sinne wünsche ich euch einen besinnlichen vierten und damit letzten Advent für das Jahr 2015. 
Eure Alexa ❤


Förlåt för min svensk läsare - jag var för trött så jag översätter inte den text nu. Men jag ska göra det bara lite senare...

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Soll ich? // Ska jag?

Mittlerweile haben wir schon wieder Dezember... Kann mir einer sagen, wo die Zeit hin ist?

Doch mich beschäftigt eine ganz andere Frage - Soll ich Schule wechseln?
Die mich besser kennen, wissen das ich noch nie ganz zufrieden mit der Schulsituation war - und so frage ich mich immer öfters, ob ich den Schritt tun sollte. In meinem Kopft sind zwei Stimmen die andauernd streiten. Die eine meint, ich solle wechseln und mein Glueck an einer anderen Schule suchen. Die Gegenstimme ruft zugleich, ich solle Geduld haben und keinerlei Ansprueche stellen. Ich selber stehe dazwischen und weis bald gar nichts mehr... Ich fuehle mich wie in der Mitte eines Karusells, welches sich immer schneller dreht, mir wird schwindlig und merke, wie in mir leichte Panik ausbricht.
Eigentlich wuerde ich gerne die Schule wechseln, weil ich an meiner nicht wirklich zufrieden bin. In meiner Klasse habe ich noch keine richtigen Freunde gefunden und auch sonst passt das Bauchgefuehl nicht.
In Deutschland bin ich zehn Jahre lang gerne aufgestanden und zur Schule gegangen - hier ist Schule fuer mich das erste Mal ein roter "Pflichttermin" auf meinem Tagesablauf.
Gleichzeitig, bin ich ein Optimist. Ich mache mir jeden Tag aufs neue die Hoffnung, das es schon besser wird und sich alles regeln wird.
Erst sagte ich mir, warte den ersten Monat ab, warte bis zu den Herbstferien, warte bis du die Sprache besser kannst, warte bis Weihnachten - doch ich will nicht mehr warten - ich will das Leben zu 100% geniessen!
Ich kann nicht schreiben, wieso ich nicht einfach wechsle. Da ist etwas, was mich zurueckhält, wie wenn man sich nicht traut zu springen, bei einem Fallschrimspring. Man will endlich starten und doch traut man sich nicht den entscheidenden Schritt zu machen.

Eure Alexa ❤

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Kastanien


Baum der Erinnerung
Ich laufe von der Schwimmhalle heim, laufe durch den Park und plötzlich sehe ich ihn - einen Kastanienbaum. Innerhalb von Sekunden werde ich zum Kind. Lauf auf den Baum zu und bemerke schon beim Laufen das dort etliche Kastanien zu finden sind. Ich hocke im Gras und sammle Kastanien und bin dabei genauso glücklich, wie damals als Kind.

Leider muss ich weiter - es wird langsam kalt, so ohne Bewegung. Zudem habe ich keinen Platz für all die Kastanien - ich komme vom Schwimmen, meine Tasche ist voll mit Handtuch und nassen Badesachen.

Also gehe ich weiter, langsam - schaue nochmal über meine Schulter und lächle den Baum an.
Auf dem restlichen Weg schwelge ich in Erinnerungen...

Meine Schwester ist wieder vier und auch ich bin wieder zehn Jahre alt, wir suchen gemeinsam mit Mama Kastanien. Ich spüre Mamas warme Stulpen, als ich ihre Hand nehme.
Das ist Licht ist warm, das Laub raschelt unter den kleinen Füßen meiner Schwester. Wir suchen bei unseren Lieblingsplätzen - auf dem Friedhof, bei den großen alten Bäumen.
Wir freuen uns über jede Kastanie - egal ob groß, klein, rund oder mit gerader glatter Seite. Wir lieben sie alle.

Gut gebettet, in einem Stoffbeutel, werden sie nach Hause gebracht. Die Wangen sind rot von der Kälte, die Hände glühen, als sie an der Heizung aufwärmen.
Mama kocht Tee, öffnet Kekse und zündet Kerzen an. Wir Kinder breiten die Kastanien auf dem Tisch aus und zeigen uns die Schönsten, die wir gefunden haben. Mama sucht in der Schublade nach dem passend "Werkzeug" und so tragen wir nach und nach Streichhölzer, einen kleinen Bohrer, Holzperlen und Kleber zusammen. Und dann fangen wir mit dem Basteln der Kastanienmännchen an. Manche Kastanien haben wir schon zur Seite gelegt - unsere Lieblinge - die, die besonders schön sind, werden nicht verbastelt. Sie bleiben neben uns liegen und werden auch am Abend neben uns Kindern, beim einschlafen liegen.
Mama wird ihre schönste Kastanie in ihre Jackentasche, als Handschmeichler, legen und sich jeden Morgen dran erfreuen.

Meist haben wir nicht viele Kastanienmännchen gemacht - zu schwer war es, dass sie das Gleichgewicht halten können und vorallem waren sie zu schön. So geschmeidig glatt, eine künstlerische Maserung, so leicht, so elegant und die wunderbare Farbe - als hätte man die Herbstsonne eingefangen.

Ganz unbearbeitet
- denn, diese Schönheit braucht nichts weiter -

Eure Alexa ❤
 

Montag, 28. September 2015

Varför?

Ich sitze auf meinem Platz und möchte am liebsten im Boden versinken. Die Situation ist mir unangenehm - ich schäme mich, obwohl ich nichts falsch gemacht habe. Ich schaue ins Leere, traue mich nicht in die Gesichter meiner Mitschüler zu blicken. 

Dabei hatten wir vor einer Stunde noch so einen Spaß, saßen alle gemeinsam im Stuhlkreis und haben gemeinsam Kleidungsstücke und Farben geübt. Da war nichts unangenehm - ich höre in meinen Ohren noch das Lachen.

Jetzt höre ich nur, wie sie wild durch einander unsere Lehrerin "Varför?" fragen. Soeben hat sie ihnen erzählt, das ich hier nur für ein Jahr da bin und dann wieder zurück nach Deutschland gehe und währenddessen hier in einer Gastfamilie lebe. Eigentlich nicht schlimm - nichts neues. Doch anscheinend schon, sie hatten es vorher noch nicht wirklich mitbekommen. Ich hatte nie das Gefühl erklären zu müssen, was ich hier mache - wieso ich hier bin.

Ich schaue hoch - muss mich irgendwie der Realität stellen. Sie können nicht verstehen, wieso ich das hier mache. Sie fragen, wieso ich nicht in Deutschland weiter zur Schule gehe. Sie stellen nicht viele Fragen - dafür ist der Wortschatz zu begrenzt - doch ich kann die Fragen sehen, in ihren Gesichtern. 

Ich fühle mich irgendwie schlecht. Ich kenne ihre Geschichten nicht - darüber reden wir nicht - ich weis nur, aus welchem Land sie kommen und wann sie nach Schweden kamen. Alles andere ist mir unbekannt, aber ich kann mir denken, dass sie nicht hier sind, weil ihren Eltern ein Job in Schweden angeboten wurde...

Zum Glück machen wir weiter im Unterricht und die Stunde ist bald vorbei - vermutlich ist es längst keine Sache mehr - aber, ich fühle mich trotzdem unwohl. 

Als ich dann Stunden später aus dem Zug aussteige und die Unterführung entlang laufe, sehe ich das jemand einen Stand aufbaut. Ich schaue im vorbeigehen, um was es geht. Werbung für Paintball.
Ich schüttle unbewusst den Kopf - frage mich nur, in was für einer Welt wir eigentlich leben. 


Eure Alexa (heute mal wieder ein bisschen melodramatisch)


"Varför" kann man übersetzen mit warum, wieso, wozu oder weshalb. Und eigentlich fällt mir auf diese Frage selber keine Antwort ein - nicht heute, nicht jetzt.

Nochmal als kleiner Hinweis für neue Leser: es handelt sich hier um meine Schwedischklasse für Immigranten, auch nochmal genauer dazu in diesem Post.

Montag, 20. Juli 2015

Gefühle an der Herrschaft

Langsam wird mir bewusst, dass ich in drei Wochen weg bin und mir wird bewusst, dass ich es noch nicht ganz wahr haben will. 
Im Moment habe ich das Gefühl, dass all dies mich erdrückt und die Luft zum atmen nimmt. Ich fühle mich wie gelähmt, realisiere nur langsam, was um mich herum passiert. Einerseits will ich die Zeit anhalten und noch mehr erledigen, bevor ich fliege. Gleichzeitig würde ich am liebsten jetzt schon die ersten Dinge in meinen Koffer tun. 
Ich fühle mich zudem schrecklich da ich noch immer nicht richtig angefangen habe mit dem schwedisch lernen. Doch, wie das Schicksal so will, habe ich mein Abo bei babbel verlängert. Naja, eigentlich habe ich nur vergessen rechtzeitig zu kündigen, weshalb es sich automatisch um drei Monate verlängert hat... Jetzt kann ich das ganze noch bis Mitte Oktober nutzen. Doch schon bei dem Wort "Oktober" wird mir anders, denn ich habe keine Ahnung was im Oktober sein wird - was ich mache und wie es mir gehen wird. Dieses komische Gefühl habe ich schon den ganzen Tag heute, es ist eine Mischung aus so vielen Sachen - Abschied, Neugier, Angst, Aufbruchsstimmung, Freude und noch so vielen anderen Gefühlen die sich nicht in Worte fassen lassen. 
Wenn ich mich im Spiegel sehe, frage ich mich, ob ich wirklich weiß auf was ich mich da eingelassen habe. Aber, gleichzeitig freue ich mich total auf meine Gastfamilie und die vielen neuen Eindrücke, denn mit jeder Mail wird mir meine Gastfamilie noch sympathischer :)


Naja, ich glaube das war's auch erstmal. Ich hoffe ich nerve euch nicht zu sehr, wenn ich mir immer alles so von der Seele schreibe. Doch ich muss sagen, dass es mir jetzt schon wesentlich besser geht nachdem ich das hier geschrieben habe. Mein Blog hilft mir irgendwie meine Gedanken zu ordnen... 


Einen guten Wochenstart für euch alle,
eure Alexa 

PS. Danke für eure Unterstützung bei der Abstimmung für das Stipendium. Insgesamt habe ich 952 Stimmen erreicht und damit den 9. Platz belegt. Eigentlich hatte ich nicht mit einem so guten Ergebnis gerechnet, immerhin hatten sich über 240 Leute mit angemeldet bei dem Voting.

Samstag, 16. Mai 2015

Ein Tag, wie im Film

Ja denn genau so ein Tag war heute. Ich stelle mir das Leben oft als Film vor und frage mich, wie man gewisse Situationen darstellen würde. Ich sehe regelrecht die Szenen mit Musik fertig vor meinem inneren Auge.
Heute war ein solcher Tag, wo man im Kino sitzen würde und sich einen solchen Tag ebenfalls wünschen würde :)
Er war einfach wunderschön vollkommen. Wir sind zu siebt (nur Mädels zwischen 10 und 67 Jahren) auf den Flohmarkt gefahren nach Jena und waren dann dort von 10Uhr bis 16Uhr und es war einfach toll. Wir waren ein richtiger Hühnerhaufen es wurde nur gelacht und erzählt ohne Ende. Die Verkäufer hinter den Ständen waren immer ganz überrascht, als immer mehr von uns kamen. Doch das Beste war vermutlich, als wir durch Zufall bei jemandem schwedische Bücher gefunden haben. Und noch besser, die beiden waren o(der besser gesagt sind) Schwedisch-Dozenten an der Uni!!! Und dann haben wir eben noch kurz erzählt und sie haben mir alles Gute für Schweden gewünscht.
Klar, jetzt  könnte man sich fragen, wieso es ein so toller Tag war. Letztlich waren wir eben sieben gutgelaunte Mädels die ihren Spaß hatten beim durch stöbern vom Flohmarkt. Doch das besondere war einfach die Stimmung des Ganzen, es hat halt einfach alles gepasst und sich so gut angefühlt. Dazu noch das Wetter, immer Sonne, aber noch nicht zu heiß. Ein Tag ohne Zeitgefühl, ein Tag wo man sich einfach treiben lässt und den Moment einfach nur genießt und im jetzt lebt und nicht in Gedanken schon weiter ist.

Ich wünsche euch morgen noch einen tollen Sonntag, bevor die Woche wieder startet.

Eure alexa
Huehnerhaufen

Mein erstes
schwedisches Kinderbuch

Samstag, 9. Mai 2015

Wieder da




Nun bin ich wieder da. Doch wo? Zu Hause in meinem normalen Leben.
Ich war eine Woche auf Klassenfahrt, Segeln in den Niederlanden, genauer gesagt in Friesland. Es war toll und ich mag meine Klasse noch ein bisschen mehr.
Doch die Woche ist so schnell vergangen, das ich mich frage, ob ich mein Leben überhaupt lebe. Also wisst ihr, wie ich das meine? Die Zeit vergeht schnell, aber alles fließt so ineinander über. Am Ende gibt es nur noch ein verschwommenes Bild, von einer Zeit die schön war, an die man sich, aber nicht mehr detailliert erinnern kann.
Ich habe Angst zu vergessen und davor dass ich meinen Enkeln später nichts erzählen kann. Denn ich weiß, wie sehr ich selber die Geschichten meiner Oma geliebt habe und immer noch gerne höre. Die kleinen Episoden des Lebens, die sie so lebendig wieder geben kann.
 
 
Ich habe das Gefühl das mein Leben einfach nur so an mir vorbei zieht, ohne dass ich etwas von der Zeit mitnehmen kann.
Es mag sich für andere lächerlich anhören. Manche sehen vielleicht nur, dass ich soeben von einer abenteuerlichen Klassenfahrt wieder gekommen bin, im Sommer nach Schweden starte und es in der Schule gut läuft. Doch ich habe trotzdem diese leise Angst im Unterbewusstsein.
Doch ich werde einfach dran arbeiten, wie bei anderen Ängsten :)
So, wie ich probiere bei einer Spinne nicht sofort hysterisch zu werden, einem Hund stets freundlich gegenüber zutreten und mich nicht einschüchtern zu lassen, wenn er bellt oder an einem hochspringt. Man kann sich entweder seinen Ängsten ausliefern und sich geschlagen geben oder man kämpft gegen seine Ängste an. Weil, man sich eben nicht unterkriegen lassen will und sein Leben ohne Ängste genießen will. Und deswegen mache ich diesen Blog und das peinliche YouTube, um eben Momente egal ob schlecht oder gut fest zu halten. Als Erinnerungsstütze für später. Aber, gleichzeitig lege ich öfters die Kamera wieder weg, um den Moment zu genießen. Um ihn eben nicht nur hinterher auf einem Foto sehen zu können, sondern auch eine echte Erinnerung zu haben.
 
Ich denke, ich beende diesen Post lieber, sonst wird es noch verwirrender :D
 
Also, während ich probiere die goldene Mitte zwischen digitaler Gedächtnisstütze und den eigenen Erinnerungen zu finden, wünsche ich euch einen schönen Tag :)



Eure alexa
 PS. Bild stammt von der Seite www.weheartit.com

Samstag, 25. April 2015

Gefühlschaos

Entschuldigt, dass ich mich so lange nicht mehr bei euch gemeldet habe, doch diese Woche war echt ein auf und ab der Gefühle.
Mal ging es mir einfach phantastisch und ich hätte die ganze Welt umarmen können und dann gab es Tage, wo ich nicht raus wollte und alles (vor allem mich!) schlecht fand.

Doch so welche Tage sind ganz normal, die hat man eben manchmal. Nur bei zukünftigen Austauschschülern kommen dann immer noch ein paar Gedanken extra hinzu... Man macht sich halt echt mehr Gedanken, als man denkt :D
Zur Zeit habe ich einfach Angst, dass ich das alles mit der Sprache nicht schaffe. Ich habe oft Situationen, wo ich mich frage, wie ich die in einem halben Jahr bewältigen will. Es sind diese Kleinigkeiten, die nebensächlichen Sachen die man mal eben so mit erzählt, das was eine Beziehung aufrecht erhält.
Wegen der Sprachbarriere habe ich jetzt auch babbel wieder aktiviert. Groß zum üben kam ich dann doch noch nicht, aber jetzt stehen erst mal die Vorprüfungen auf dem Programm. Doch  dann, wenn der ganze Prüfungstress vorbei ist, will ich richtig anfangen mit dem Schwedisch lernen :)

Ein Lied möchte ich euch noch ans Herz legen und zwar Keep your head up von Ben Howard. Das Lied ist wirklich toll und hat mich die ganze Woche lang begleitet :)
 
Ansonsten geht es mir gut und ich informiere mich gerade parallel während ich diesen Post schreibe über "Moos-Graffitis". Denn ich finde den Gedanken die Stadt mit Blumen und Pflanzen zu begrünen sehr hübsch. Mal sehen, ob in meiner Stadt bald auch was wächst :D


Habt einen wundervollen Tag!

Eure Alexandra ❤
 
 
 
 
PS. Bild stammt von der Seite www.weheartit.com

Freitag, 13. März 2015

Sehnsucht und Zukunft


Zukunft, was ist das schon? Wir machen uns alle Gedanken darüber, egal in welcher Situation wir uns befinden. Es ist normal an das morgen zu denken. Mal machen wir dies mit einem Lächeln im Gesicht, mal eher mit einem mulmigen Gefühl im Bauch. Und doch weiß niemand, was das Schicksal noch alles mit uns vor hat.
Zurzeit ist wieder viel Stress in der Schule, da denke ich nicht in die weite Zukunft. Da bin ich froh, wenn ich die Termine der nächsten zwei Wochen im Kopf behalten kann. Doch auch sonst, wenn es „ruhiger“ ist, denke ich nicht viel an Schweden und mein ATJ. 
Manchmal stehe ich frühs in der Küche, mache mir Frühstück und Mama fragt mich ob ich aufgeregt sei, wegen Schweden. Dann bin ich für einen kurzen Moment still und überlege. Eigentlich ist es so ein Gefühlsmix aus, keiner Aufregung, einem kribbeln im Bauch und der totalen Aufregung. Ich vermute für Menschen die kein ATJ machen, ist es fast unmöglich das zu verstehen.
Doch die Aufregung hängt einfach damit zusammen, wie viele Gedanken man sich macht.
Klar, wenn ich nicht groß dran denke – bin ich nicht weiter aufgeregt.
Doch wenn man sich hinsetzt und überlegt wie das alles kommen mag, wo ich wohnen werde, ob die Gastfamilie nett sein wird und ob ich die Sprachunterschiede überwinden werde, kommt dieses kribbeln im Bauch und die Aufregung.
Ich mache mir wenig Gedanken, ich kann es eh nicht ändern ob die Gastfamilie nett sein wird und wohin ich komme. Ich lasse mich einfach überraschen vom Schicksal, ich nehme es wie es kommt.


Und trotzdem gibt es die schönen kleinen Momente, im Unterricht wo ich aus dem Fenster schaue und abtauche in meine Welt, dann träume ich vor mich hin und male mir mein Leben in 6 Monaten aus. Oder, wenn ich in Gesprächen merke, dass ich zu jenem Event gar nicht mehr in Deutschland bin. Das ist irgendwie witzig und doch traurig, weil ich weiß dass hier alles so weitergehen wird wie bisher – nur eben dann ohne mich.

Ich wünsche euch noch ein ruhiges Wochenende, mit der Zeit um die Gedanken einfach mal kreisen zu lassen.

Eure Alexandra

PS. Es tut mir leid, das ihr so lange nichts mehr von mir gehört habt. Doch meine Internetverbindung ist seit ein paar Wochen, sehr launisch und spontan und meist entscheidet sie sich gegen mich und das Internet :)


PPS. Bild stammt von der Seite www.weheartit.com